Mittwoch, 21. März 2007

BA by numbers

39 million Population of Argentina in 2005
12.3 million Population of metropolitan BA in 2005
12th Ranking in list world’s biggest cities
142nd Ranking (out of 144) in list of world’s most expensive cities
4th Ranking in list of world’s noisiest cities
1:30 Rate of psychoanalysts to population in Argentina
1:100 Same ration in developed countries
20 Percentage of porteños who define themselves as unhappy
1 in 30 Number of Argentineans who have undergone plastic surgery since 1970
1 in 10 Number of adolescent girls in Argentina who suffer from a eating disorder
40 Percentage of Argentinean population living below poverty line in 2005
41 Percentage of young Argentineans who say they would accept a bribe
3 Number of Presidents 1914 to complete a full term and hand power to elected successor
6 Number of Argentinean Presidents since the 2001 crisis
20 Percentage of Argentineans who are practicing Roman Catholics
15 Age of sexual consent in Argentina
1986 Year that divorce became legal in Argentina
2003 Year that same-sex civil unions was legalized in Buenos Aires
14.000 Number of left-winged dissidents “disappeared” under military rule from 1976 to 1983 according to official reports.
30.000 Number of left-winged dissidents “disappeared” according to most human right groups
1st Argentina’s world ranking for soy meal and soy oil exports
4th Argentina’s world ranking for beef exports in 2004
60kg Amount of beef consumed per year per capita in Argentina
7th Argentina’s world ranking for wine consumption
92 Percentage of Argentinean households in which mate is drunk
50.000 Estimated Number of tangos composed (and counting)
20 Percentage of city streets still cobbled

Quelle: Time Out Buenos Aires 2006

Im Westen nicht viel Neues


Sonnenuntergang vor der Hütte in Punto del Diabolo
und Häuserfassade in Montevideo

Hallo erstmal… bin jetzt seit mehr las 2 Wochen in der Argentinischen Hauptstadt, und mir gefällt es eigentlich ganz gut hier.
Ich wohne in einer WG mit Elodie (frz., 22) und Yvonne (dt., 21) so ziemlich im zentralsten Zentrum (Barrio: Microcentro; Google Earth: Länge: 58°23'22.51"W Breite: 34°36'8.13"S), 1A Lage direkt beim Obelisken (musste mein Wedding-Status ja mal aufwerten). Die Mädels sind echt Ok, hätte schlimmer sein können. Ich hatte ja das Glück schon in Deutschland eine Wohnung über meine Spanischlehrerin zu finden. Und wie sich jetzt herausstellt war das auch ein super Angebot. Die anderen Berliner Studenten suchen hier nämlich immer noch und die Preise und Angebote sind echt zum Teil unter aller sau.

Zur Stadt: siehe auch BA by numbers. Die Innenstadt von BA ist so westlich, dass man hier glaube ich keinen Eindruck von Latinoamerika bekommt (ich war ja auch noch nie hier). Wie Berlin nur lauter, größer und stinkiger. Die Leute sind eigentlich sehr freundlich und so was von gechillt, dass man im Supermarkt mit 3 Leuten vor einem in der Kassenschlange halt schon mal 30 min warten muss. Eile gibt’s hier eigentlich nicht. Und was Effizienz ist wissen die hier auch nicht (nicht ganz einfach für einen Kontrollfreak wie mich – aber ich bin ja hier um zu relaxen). Bürokratie wird allerdings ganz groß geschrieben. Um zum Beispiel ein Ticket für die Fähre nach Uruguay zu bekommen muss man sich 4 mal an verschiedenen Schaltern anstellen: der erste Schalter ist zum Ticketbuchen, der 2. zum bezahlen, der 3. zum Gepäckeinchecken und am 4. kann man sich dann selber endlich einchecken. Das ganze dauert dann so 1-2h. Und Nummernziehen ist hier auch ganz groß, ob beim Metzger, im Fotogeschäft, beim Bäcker oder in der Bibliothek. Erst mal ne Nummer ziehen und warten… . Oder bei Zara ne Hose kaufen - geht auch ohne Nummer - aber man muss trotzdem ne halbe Stunde an der Kasse anstehen (ich übertreibe nicht!!!) die Kassiererinnen haben sich zwischendrin nämlich noch ganz viel zu erzählen. Aber ich hab ja Zeit und ich bin eigentlich ziemlich entspannt und lebe einfach so in den Tag hinein. Ist auch mal schön nicht den deutschen akkuraten Arbeitsstress zu erleben.


Umbebung: unsere Uni liegt ja in einem Vorort – Morón – 30 Minuten Zugfahrt. Dort sieht die Welt schon anders aus. Als wir in den Zug gestiegen sind, dachte ich erst kurz das ist ein Gefangenentransport: kaum Sitze, rauchen und dealen, schmutzige, arme Leute, Wurstverkäufer und professionelle Händler in Gestalt 3jähriger Kinder, die versuchen Aufkleber zu verkaufen. Neben den Gleisen fangen die Baracken und Wellblechhütten der „Villas Miserias“ an. Der Zug bringt die Arbeiter morgens in die Innenstadt und abends zurück.
Wir kehrten um 7 Uhr Abends wieder zum Bahnhof in BA zurück. Die Türen des Zuges wurden von außen durch eine Menschenwand blockiert. Und als die Türen aufgingen, brachen eben diese Menschenmassen in den Zug ein und annten beinahe ein alte Frau und ein Kind um. Ich hatte echt Angst. Aber Ihren Gesichtern war anzusehen, dass sie evtl. noch zwei Stunden in dem Zug nach Hause fahren müssen, gerade 12h malocht haben und ihnen der Rest der Welt egal ist: sie wollen nur einen der wenigen Sitzplätze ergattern um nicht zwischen den anderen gepresst im Zug stehen zu müssen.

Sprache: komme erstaunlich gut zurecht. Elodie spricht perfekt Spanisch und mit ihr unternehme ich auch viel. Außerdem hilft sie mir unglaublich viel mit Vokabeln und Grammatik aus und verbessert mich auch ständig. Unterhaltungen über die politische Situation im Nahen Osten mit Einheimischen sind noch nicht drin, aber ich bin da ganz zuversichtlich. Dank Skype und meinen Mitstudenten hier spreche ich zwar trotz allem noch meistens deutsch, aber das gibt einem zumindest am Anfang noch ein bisschen Heimat mit in den Tag. Natürlich suche ich noch nach einem Sprachkurs. Der an der UBA (Universidad de Buenos Aires) war nur in meinem Nivel natürlich schon voll, deswegen durchforste ich hier gerade den Dschungel der unbegrenzten Anzahl von völlig überteuerten Sprachschulen.

Urlaub: na 4 Tagen in Buenos haben wir (Hannah, Rudi, Stefan und Basha - alles deutsche Studenten hier) beschlossen Eva (eine Kommilitonin aus Berlin) in Uruguay zu besuchen. War eine sehr gute Idee!!! Wir hatten 3 super sonnige Tage am Strand und am Meer in Punto del Diabolo. Gewohnt haben wir in einer kleinen Cabana hinter der Düne in dem kleinem Surferkaff - traumhaft!

Strand und Punto del Diabolo

Uni: ganz wunder Punkt. Sieht im Moment echt schlecht aus. Dieses Semester werden für mich keine Kurse angeboten, die ich noch nicht hatte oder mir anrechnen lassen kann. Eigentlich wollte ich hier sowieso die Blockpraktika aus dem 6. klinischen machen aber die gibt’s hier nicht. Wir wollten einfach an den Krankenhäusern nachfragen aber der Drachen aus der Uni der für die Kurse zuständig ist hat uns deutlich gemacht, dass es für Ausländer auch keine Extrawurst gibt. Na ja ich mach gerade noch ein bisschen Druck aber habe diesbezüglich echt Schiss hier 6 Monate ohne Medizin zu sein ;-( Wäre ja nicht weiter tragisch, aber ein bisschen Pflichtprogramm könnte in 6 Monaten ja schon drin sein.
Hab mich stattdessen für einen Fotokurs eingeschrieben ;-)

Kontakt: SMS geht gut mit altem Handy, sonst Skype, Email, Post oder Telefon. Ihr kennt das ja. Freue mich über Mails & Co.

Liebe Grüße, Hannah