Samstag, 19. Mai 2007

Das Recht am eigenen Körper

Gynäkologie Blockpraktikum

Vor vier Wochen haben wir das 2. Blockpraktikum in der Gynäkologie gemacht. Eine Woche im Hospital Bocalandro in San Martin. Das ist eine der aller ärmsten Gegenden in Gran Buenos Aires. Das spiegelt sich im Krankenhaus auch wieder: noch weniger Handschuhe bei den Untersuchungen, noch weniger Desinfektionsmittel, Kugelschreiber, Rezeptblöcke, Bücher, einfach alles. Der Rezeptblock besteht aus alten Werbeflugblättern z.B. von einem Autohaus auf deren weißen Rückseite sich der Stempel des Gesundheitsministeriums befindet.
Begrüßt hat uns der Chef der Station, Dr. Aldini. Er hat es vorgezogen mit uns nur in Englisch zu sprechen, obwohl wir ihm versichert haben, dass wir auch Castellano können. Ich glaube er wollte mit seinem durchaus sehr guten Englisch protzen. Dr. Aldini war wie alle Chefs der öffentlichen Krankenhäuser nur vormittags im Krankenhaus und ging nachmittags in „sein“ privates Krankenhaus um dort Sprechstunde zu halten und zu operieren. Laut den Residentes (AssistenzärzteInnen) ist er ein international renommierter Onkogynäkologe. Sein Büro befand sich in der Cafeteria. Im Ernst, das war echt zu komisch. Jeden Tag von 8 – 12 saß er an immer dem selbem Tisch in der Cafete mit seinem schicken Anzug und telefonierte die meiste Zeit auf dem Handy oder las irgendwelche Papers. Wenn die Residentes irgendwelche Fragen hatten (was nicht zu selten vorkam – ist schon krass wenn die Station nur von Ärzten mit einer maximalen Arbeiterfahrung von fünf Jahren geschmissen wird) konnten sie sich in dieser Zeit an ihn wenden.
An drei Tagen in der Woche ist Sprechstunde, und an den anderen zwei finden die OPs statt. So sah dann auch unser Tagesablauf aus. Ich hab ja bis jetzt alle meine Praktika in der Chirurgie gemacht. Auf der Gyn herrscht definitiv eine andere Stimmung. Irgendwie freundlicher, menschlicher und schon von der femininen Dominanz und Emotionalität geprägt.
Die Sprechstunde war eigentlich sehr interessant. Wie auch in Deutschland kommen die meisten Patientinnen zur Kontrolluntersuchung. Die Krankenkasse (die hier umsonst ist) bezahlt einmal jährlich einen Mammographie (bei über 50jährigen) und eine Abstrichuntersuchung.
Dann waren auch relativ viele junge Mädchen da, eigentlich nur aus einem Grund: Schwangerschaf und deren Verhütung. Die Mehrheit wollte die Pille verschrieben haben. Ein 15jähriges Mädchen zum Beispiel kam mit ihrer Mutter. Sie hat einen festen Freund und der Beischlaf wurde auch schon mehrfach vollzogen. Die Ärztin fragte sie sehr detailliert aus, aber für Mutter und Tochter war das offensichtlich kein Tabuthema. Obwohl man merkte, dass die Kleine noch nicht so richtig aufgeklärt war. Ich schreibe das so ausführlich, weil ich damit sagen will, dass Sex vor der Ehe im durchaus noch konservativen Argentinien, kein absolutes Tabuthema mehr ist, und die sexuelle Erziehung meistens in der Familie zwischen Mutter und Tochter stattfindet. Oft ist es nicht ausreichend, aber es freute mich zu sehen, dass es Familien gibt, die das Thema ansprechen und sich von den erzkatholischen und prüden Verhältnissen lösen.
Die andere Seite der Medaille ist das Gesetz. Abtreibungen in Argentinien sind illegal. Die Gesetzgebung sieht nur zwei Ausnahmen vor, in denen eine Abtreibung nicht bestraft wird. Zum einen, wenn eine Gefahr für das Leben oder die Gesundheit der Mutter besteht (aber nur dann, wenn das Risiko nicht in anderer Weise umgangen werden kann). Zum anderen, wenn eine geistig verwirrte Frau vergewaltigt worden ist. Dennoch weigern sich ÄrztInnen ohne eine gesetzliche Erlaubnis in solchen Fällen oft, einen Eingriff vorzunehmen, obwohl sie diese nicht zwingend benötigen.
Trotz des Verbots werden in Argentinien 500.000 Abtreibungen pro Jahr durchgeführt. Eine Zahl, deren Größe sich nur verstehen lässt, wenn man die jährliche Zahl der Geburten von 700.000 dagegen hält. Im Durchschnitt sterben jeden Tag zwei Frauen an den Folgen von Abtreibungen. Sie sind damit die hauptsächliche Todesursache des „Muttertods“.
Die Regierung Kirchner weigert sich trotz des Vorstoßes von Frauenrechtsbewegungen und auch der Gesundheitsministerin die Abtreibung zu legalisieren. Grund ist die immer noch große politische Macht der Katholischen Kirche in Argentinien und der sehr rentable Wirtschaftszweig der illegalen Abtreibungen: Die überwiegend privaten Krankenhäuser, in denen man eine Abtreibung illegal „erwerben“ kann, bestechen die örtlichen Behörden und Polizei und verlangen für die Abtreibung Summen, die sich die betroffenen Frauen meistens nicht leisten können, da sie meist aus der armen Bevölkerungsschicht stammen. Auf Grund Scham und Stigmatisierung erhalten sie außerdem oft auch keinen familiären Rückhalt in einer solchen Situation.
Viele Mädchen versuchen deshalb verzweifelt selbst den Tod des Fötus oder Embryos herbei zu führen in dem sie durch manuelle Manipulation mit spitzen Gegenständen die Gebärmutter verletzen. Da dies in den seltensten Fällen steril geschieht ist die Infektionsrate enorm. Wir haben in der Sprechstunde ein Mädchen zur postoperativen Kontrolle gesehen, deren kompletter Unterleib sich nach einem solchem Abtreibungsversuch entzündete und eiterte. Der Bauchraum musste in einer Notoperation geöffnet werden und sie lag 3 Wochen im Krankenhaus. Zusätzlich zu der Lebensgefahr einer solchen Abtreibung besteht noch die Gefahr, dass wenn die Frauen mit eben solchen Problemen zum Arzt gehen, sie daraufhin wegen Gesetzesbruch von dem Arzt angezeigt werden und nach der Genesung in den Knast wandern können. In unserem Fall wurde das Mädchen nicht angezeigt. Das würde in diesem Krankenhaus niemand machen. Im Gegenteil, die ÄrzteInnen, mit denen wir gesprochen haben sind sich bewusst über die miserable Situation der Mädchen und die fatale Gesetzeslage. In diesem Fall, hat die Ärztin das Mädchen noch mal „komplett“ aufgeklärt, ihr die Pille verschrieben und deren Gebrauch genaustens erklärt. (Eigentlich kann man nämlich in den öffentlichen Krankenhäusern die Pille umsonst bekommen. Viele Mädchen die das aber nötig haben wissen das nicht einmal.)
Hier sind mir zu ersten Mal im wahren Leben die Konsequenzen vor Augen geführt worden was es bedeutet nicht das Recht zu haben über seinen eigenen Körper entscheiden zu dürfen. Die theoretische Debatte für oder gegen Abtreibung wird dadurch in ein ganz anderes Licht gerückt, und ich hoffe durch diesen Bericht Abtreibungsgegnern Beispiele oder Argumente zu entgegnen, die dazu veranlasst ihre Position zu überdenken.
Einige Informationen über das Thema hab ich im Netz gefunden und wen es interessiert, kann unter anderem auf den Seiten von Teenfreedom, Wikipedia (englisch) oder Lateinamerikanachrichten weiterlesen. Letzteres berichtet auch über den Fall des jungen Mädchens Romina Tejerina, die vergewaltigt wurde und nach der Tötung des Neugeborenen nun mit einer lebenslänglichen Haftstrafe rechnen muss.
Zur schöneren Seite in dieser Woche: Erneut habe ich mit erstaunen festgestellt wie freundlich alle Arbeitskollegen (egal welcher Rang, ob Schwester oder Ärztin, Mann oder Frau) miteinander umgehen. In der doch sehr machistischen argentinischen Gesellschaft finde ich es echt schön zu sehen, dass hier in der Hierarchie in den Krankenhäusern die ich kennengelernt habe das Geschlecht weniger eine Rolle spielt sondern tatsächlich eher das können (v.a. im OP).
Außerdem habe ich ja schon oben erwähnt, das die Stimmung in der Gyn (vor allem im vergleich mit der Chirurgie) eine ganz andere ist.
Ein kleines Beispiel dazu: Eine ältere Frau kommt zur Vorsorgeuntersuchung und auf die Frage wie viele Kinder sie hat fängt sie an zu schluchzen und dicke Tränen laufen ihr die Wangen herunter. Man merkte schon wie unangenehm ihr das war vor der jungen Ärztin und den 5 (3 deutsche und 2 argentinische !!!) Studenten, die etwas fehl am platz daneben standen. Aber sie konnte nicht an sich halten und weinte ganz bitterlich. Wie sich herausstellte ist ihr Sohn kürzlich bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Die Ärztin nahm ihre Hand, fragte nach ihrem Befinden, nahm sich richtig viel Zeit für Ihre Geschichte, tröstete sie und am Ende heulte sie sogar richtig mit. Trotz allem schaffte sie es den Übergang zur „normalen“ Untersuchung sehr einfühlsam zu gestalten nachdem sich beide die Augen getrocknet und die Nase geschnäuzt hatten.
So eine Szene kann ich mir in einem deutschen Sprechzimmer nicht vorstellen. Natürlich muss man nicht gleich jeden Patienten, der sich schlecht fühlt auf den Schoß nehmen und mit ihm um die Wette weinen. Allerdings ich fand es sehr schön zu sehen, dass man die „professionelle“ Distanz, die man im Seminar für „ärztliche Gesprächsführung“ so penibel definiert aufweicht und durchaus wie mit einem „ganz normalen“ Gegenüber spricht und seine Empathie zeigt ohne sich an die offiziellen Regeln der Arzt-Patienten Beziehung zu halten. Meiner Meinung nach ist Körperkontakt – wie eben Handhalten oder Umarmen – auch durchaus angebracht wenn man sich dazu in der Lage fühlt und wenn man findet, dass es dem Patient zu Gute kommt.
Aus Medizinische sicht gab es am zweiten Morgen auch ein absolutes Highlight, welches sowohl uns Studenten als auch die Ärzte entzückte (bitte denkt nicht dass man sich über Krankheiten der Patienten freut, aber Raritäten stoßen eben auf großes Interesse).
Eine sehr alte Dame, begleitet von ihrer alten Tochter kam ins Untersuchungszimmer und sollte sich auf die Liege legen. Dem verantwortlichen Arzt (ein Oberarsch), dem es nicht schnell genug ging, schnipste angenervt mit den Fingern und blaffte sie an, sie solle sich beeilen. Als sie dann so weit war zeigte sich ein riesiger, faustgroßer Vulvatumor der alle klinischen Merkmale für Malignität aufwies (indolent, nicht verschieblich, infiltrierend,…). So was sieht man – zum Glück - sehr selten, aber es ist, zumindest für Mediziner, sehr eindrücklich. Auf die Frage hin, seit wann der Knoten denn besteht, antwortete sie schon an die 10 Jahre. Die Dame kam vom Land und hatte wahrscheinlich genauso lange keinen Arzt mehr gesehen. Die Entdeckung war ein Zufallsbefund, Beschwerden hatte sie noch nicht. Um das Sichere noch zu Beweisen, wurde sie für eine Biopsie am nächsten Tag einbestellt.

Nun gut, Woche zwei von drei an der Uni ist vorbei. War sehr interessant, aber Gynäkologie wäre trotz der vielen Arbeit im OP nix für mich. Zu viele weibliche Geschlechtsteile. Ob das bei Urologie wohl besser ist? Mal schauen wie die Innere nächste Woche wird.

Donnerstag, 17. Mai 2007

EL SUPERCLÀSICO

BOCA vs. RIVER

Nach vielen Datumswirren und umhersurfen im Argentinian Wide Web stand der Tag endlich fest: Sonntag, der 15. April 2007. Das Spiel, welches laut der englischen Wochenzeitschrift „The Observer“ das wichtigste Sportereignis der Welt sei, das Spiel, welches das „Ruhrpottderby“ in den Schatten stellt, das Spiel, bei sich das halbe Polizeiaufgebot von Buenos Aires in Boca um die Bombonera befindet. Das Spiel bei dem sich die Boca Juniors und River Plate beziehungsweise vor allem deren Fans bekriegen.

Kurzer Exkurs in die Geschichte dieser tief sitzenden Rivalität:
Die beiden Clubs stammen aus der Hauptstadt Argentiniens, Buenos Aires. Die Boca Juniors kommen aus dem Arbeiterort La Boca, wo der Club 1905 von italienischen Einwanderern gegründet wurde. River Plate stammt ursprünglich aus dem selben Ort, hat jedoch seit den 1930er Jahren seine Heimat im Reichenviertel Nuñez. Daher gelten die Superclásicos auch als Prestigeduelle zwischen den Reichen und Armen Argentiniens. Hier könnt ihr mehr über das Superclásico, seine Fans, die Entstehungsgeschichte der beiden Clubs (CABJ und CARP) und mörderische Gewaltausschreitungen lesen.

Zurück zur Gegenwart. Am besagten Sonntagmittag macht sich eine Gruppe von drei - vom Vorabend noch nicht ganz nüchternen - deutschen Mädchen (Elisa, Sandra und Hannah), einem Tier von Mexikaner (Javier) und eine 40jährige, mit nicht allzuviel Verstand gesegneten Argentinierin (Mirna) auf dem Weg nach Boca. In Boca halten sich Touristen normalerweise beschützt von der Touristpolice nur auf einer einzigen Tourisenstraße auf, weil es im Rest des extrem armen Stadtteils von Taschendieben und Schlimmerem nur so wimmelt. Na gut, angekommen! Ganz wohl fühl ich mich nicht aber in der Luft liegt schon so eine Stimmung wie vor einer barbarischen Schlacht voll von Anspannung und Testosteron. Die Bombonera – das ruhmreiche aber heruntergekommene Heimstadion der Boca Juniors am Rande der Millionenstadt - sieht man schon von Weitem und auch die tosenden Jubelgesänge der Fans, die sich fast alle schon drei Stunden vor der Partie einen Platz in ihrer Kurve sichern, hört man im Umkreis von einem Kilometer.
Ein kleines Problemchen ist noch zu überwinden um an dem legendären Ereignis teilzuhaben. Wir haben keine Karten. Das Spiel ist seit Monaten ausverkauft aber es gibt natürlich wie überall die Möglichkeit den Schwarzmarkt aufzusuchen. In günstig gelegener Lage befindet sich dieser in den polizeigesicherten Straßen um das Stadion herum. Uns war anzusehen, dass wir nicht unbedingt hierher gehörten mit unseren teilweise blonden Haaren und Handtäschchen. Nur gestandene Männer um uns herum, die zielstrebig und ohne Gepäck mit ihren Söhnen, mit einer Gruppe Kumpels oder auch alleine mit wahrlich fanatischem Blick auf die Eingänge zustrebten.
Hier erwies sich Mirna ein einziges Mal als nützlich, als sie von den Chorizo-Verkäuferinnen auf den Gehsteigen herausbekam, wer und wo die noch übrigen Karten verkauft. Allerdings lief sie daraufhin direkt auf die zwielichtigen Verkäufer zu und erzählte ihnen, dass ihre Deutschen Freundinnen hier – und zeigte stolz auf uns - unbedingt Karten für dieses Spiel haben wollten. Tja, ihre Europäertrophäe drückte den Preis nicht unbedingt. 200 Pesos pro Karte für Stehplätze (Publico) und 300 für Sitzplätze (Planta), offiziell kosten die Karten zwischen 15 und 40 Pesos. Und er hat nur noch eine Karte für die Planta. Shit. Wir haben damit gerechnet viel Geld ausgeben zu müssen auch mit so viel Geld, aber wir haben uns geschworen nicht im Publico zu stehen. Aus allen Möglichen Quellen haben wir unabhängig voneinander gehört wie gefährlich es auf den Rängen mit den Stehplätzen sein soll. Dass man totgetrampelt werden kann, dass mit Steinen geschmissen wird, das Bänke von den oberen Rängen ausgerissen auf die gegnerischen Fans fallen gelassen werden und so weiter.
Während wir so dastanden und diskutierten ob wir soviel Geld für solch ein lebensbedrohliches Fußballspiel ausgeben sollen kann ein kleiner Junge so um die 15 auf uns zu und fragte ob wir Karten wollten. Ja natürlich, vier Stück und für wie viel Kohle? – 100 Pesos, für vier Stehkarten! – Krass!!! Die nehmen wir!
Zu früh gefreut. Der nette Kartenverkäufer von vorhin kam angerannt und checkte seinen Konkurrenten ab. Nachdem er sein Angebot gehört hatte nahm er ihn mit seiner Gang in die Mangel und sie redeten 50 Meter weiter weg eindringlich auf ihn ein. Wir verstanden nichts aber die Drohgebärden haben wir richtig gedeutet. Danach verschwand der Junge und der ursprüngliche Verkäufer kam zurück und bot uns die Karten wieder für 200 bzw. 300 Pesos an. Verarschen lassen wir uns ja nicht und verlangten die vier Karten für 100. Daraufhin zog er sauer ab und wünschte uns viel Glück beim Versuch eine Stunde vor Anpfiff ohne Tickets noch ins Stadion zu kommen. Wir waren enttäuscht aber gaben nicht auf. Ein paar Straßen weiter fanden wir den Jungen wieder und er hat uns auch gleich und ohne Probleme die Tickets verkauft. Jetzt zwar für 150 Pesos alle zusammen aber immerhin, das war fast der Einkaufspreis und für umgerechnet nicht mal 10 Euro das Spiel zu sehen ist sensationell. Es war uns dann auch erstmal scheißegal dass es Tickets fürs Publico waren. Wenn’s brenzlig wird können wir ja immer noch abhauen. Um uns zu versichern, dass die Karten auch nicht gefälscht waren begleitete uns der Junge bis zum Eingang und ohne es zu merken sind wir von den einströmenden Menge ins Stadion gezogen worden. Die Aufregung vom Kartenankauf noch nicht mal annähernd verdaut schoss schon der nächste Adrenalinstoß in unsere Adern. Ich bin mit wirklich butterweichen Knien die scheinbar endlosen Stufen zur Tribüne hochgelaufen ohne wirklich zu wissen wohin. Wir sind drin - hämmerte es in meinem Kopf, wir werden das Superclásico sehen, wir sind im Publico, wir gehören hier ganz offensichtlich nicht hierher – Scheiße, ich hab Angst!
Und plötzlich standen wir vor der Tribüne. Hinter uns der Getränke/Superpancho/Essensstand und vor uns die ach so gewalttätigen Fans, die sich eigentlich ganz normal verhielten und friedlich auf den Anpfiff warteten. Die Anspannung ließ nach und Freude brach aus. Wir haben uns hysterisch umarmt, gelacht und gekreischt und die erste Salve an Fotos verschossen. Im Hintergrund die Gesänge der Fans – das Stadion war voll!


Dann: Lokalität abgecheckt, Plätze gesucht, die sicher erschienen (ganz oben am Ende der Tribüne, neben der Essensbude) fantastisches Gefühl – wir sind hier!!! Die Sicht war nicht so der Hit, aber wir lernten gleich einen netten, interessierten, älteren Herrn mit seinen zwei jugendlichen Söhnen kennen. Er war natürlich im vergangen Jahr in Deutschland um „sein“ Team zu unterstützen und das Feeling der Mundial (dt: Weltmeisterschaft) aufzusaugen. Er war es auch, der uns an der Hand packte und uns durch die zum bersten volle Tribüne zog um uns eine bessere Sicht zu verschaffen. Ich hätte nicht gedacht, dass auf die Ränge noch eine Person mehr passt, aber die Leute ließen uns ganz geduldig durch obwohl ich jedem auf die Füße und sonstiges trampelte aber am Ende hatte ich meine eigenen zwei Quadratcentimeter um darauf zu stehen und eine fantastische Sicht auf das Spielfeld und das restliche Stadion.
Natürlich war der Anpfiff nicht pünktlich (wie alles in Argentinien) aber egal – alles egal – ich bin im Superclásico. Wir haben – natürlich – noch ein paar Deutsche getroffen und die erste Frage von beiden Seiten war wie man an die Karten gekommen ist. Ha, sie haben sie ganz langweilig im Hostel gekauft. Für 300 (!!!) Pesos. Abzocke, aber OK. Die Zeit bis zum Spielbeginn wurde irgendwie komisch genutzt. Es gab wie man es von solchen Sportereignissen gewöhnt ist viel Werbung, hübsche Cheerleaderinnen, Fahnenträger und das ganze Pipapo halt. Allerdings war in diesem Fall alles auf einmal und völlig unkoordiniert. Auf dem Rasen lagen wahllos irgendwelche riesigen Werbeplakate herum, dann liefen irgendwann die paar Cheerleader herein, und haben irgendwo am Rand mit kaum zu hörender Musik, völlig aus dem Takt und nicht mal synchron ihre Bocafähnchen geschwenkt. Und zwischenzeitlich liefen ein paar Typen mit großen Gilette-Rasierer-Fahnen einmal von links nach rechts über den Rasen. Alles ganz wirr, auf nichts wurde wirklich die Aufmerksamkeit gelenkt und ich dachte nur die ganze Zeit: also ich würde das anders aufziehen.
Anzumerken ist auch, dass es erstens keine Anzeigentafel gibt (aber wer so was braucht ist hier wirklich fehl am Platz). Zweitens gibt es nur eine einzige Kamera für die Übertragung am linken Spielfeldrand in der Mitte (denkt mal an das High-Tech-Aufgebot welches in der Allianz-Arena so rumsteht). Und drittens fangen die Baracken der „normalen“ Boca Bewohner wirklich direkt neben bzw. am Stadion an (siehe Bild).

Zurück zum eigentlichen Geschehen. Ich finde Fußball ja ganz nett aber es ist halt ein Sport wie jeder andere auch, und da ich persönlich Fußballspielen viel zu anstrengend und langweilig finde haut mich das Spiel an sich auch nicht vom Hocker. Die Fans sind viel krasser.


Fans: klein, groß,jung, alt und wo man auch hin schaut: blau - gelb!

Trotz allem noch ein kleiner Kommentar zum Spielverlauf: In der ersten Minute erzielte Pablo Martín Ledesma ein fantastisches Tor für Boca – hab ich erwähnt das wir natürlich für Boca sind? - und die bebende Stimmung von vor dem Anpfiff ging fließend über in die Euphorie des rasanten ersten Tores. Diese Halbzeit wurde von Boca absolut dominiert mit - meiner Meinung nach - ziemlich schönem Fußball. Leider kein weiters Tor für die Mannschaft.
Im selben Moment als der Schlusspfiff der ersten Hälfte erschall setzte sich die ganze – zuvor hüpfend und kreischende Fankurve wie auf Kommando hin. Ich hab’s natürlich nicht geblickt und war eine der wenigen Trottel die zu langsam war und nun kein Fleckchen Stehtreppe mehr erwischen konnte um ihren Hintern darauf zu pflanzen. Das Stadion war ja auch übervoll. Tja – Pech gehabt. Weiter stehen.
Was mich während diesen 45 Minuten wirklich schockierte waren die Fangesänge. Ohrenbetäubend und die Texte waren erschreckend sexistisch und brutal. Man ist ja schon einiges aus Deutschland und Co. gewöhnt, aber das war echt zu hart. „Die Hure von einer Mutter die dich geboren hat du zurückgebliebenes Arschloch. Weißt du eigentlich das deine Schwester eine Fotze ist, und deine Freundin ist auch eine Fotze und nicht zuletzt deine Mutter – auch sie ist eine Fotze.“ Und so geht es immer weiter. Die „Lieder“ sind zwar um einiges melodischer als in Europa und wenn man die Texte nicht versteht wird man richtig mitgerissen, aber als ich mal angefangen habe sie zu übersetzten stand ich vor Schock echt mit offenem Mund und wie erstarrt in der Menge. Das geht mal gar nicht!!!
Um das Stadion sich besser vorzustellen: Die Kurven des Stadions bestehen jeweils aus drei Rängen (Etagen) und die Sitzplatzseiten waren einrängig. Da das ganze Stadion bis auf einen einzigen Rang voll mit Boca Fans war, war die Akustik trotz allem ganz schön beeindruckend. Die River Fans befanden sich im obersten Rang der Südkurve direkt über uns. Es war extrem eklig weil sie von Oben dauernd runter spuckten, runter kotzten und auch tatsächlich andauernd runterpissten. Auch brennende Zeitungen wurden alle 10 Minuten auf den berstend vollen Rang geworfen. In Deutschland wäre Panik ausgebrochen, hier ist man daran gewöhnt. Wir standen zum Glück noch überdacht von dem oberen Rang, aber die in den Reihen weiter vorne/unten wurden erbarmungslos verunreinigt. Was tut man nicht alles für gute Plätze.
Nach der Halbzeitpause kam auch nach 4 Minuten schon das Gegentor von River und die hatten sich in der Kabine auch echt ne jute Strategie ausgedacht, weil sie danach den Bocas nur noch auf der Nase rumgetanzt sind und es war nicht schön – fast schon peinlich – das mit anzusehen. Fast jedes Ballduell wurde verloren und Boca kam nicht mal ansatzweise in die Reichweite des gegnerischen Tores. Na jut, Nebensache.


Sandra hat zwar ganz fanbewusst ihre Boca-Unterwäsche angelegt aber vergessen, dass ihr T-Shirt die Farben des Erzfeindes trägt. Tja, sie musste dann eben drei Stunden in der Hitze mit Jacke an stehen. Die Alternative wäre Stripteas oder Tod ;-)

Nach dem Abpfiff ging die gleiche Chose wie vor der Pause los. Setzten – diesmal war ich schnell genug! Das war auch gut so. Denn bis sich die abgeriegelten Türen zu unserem Rang öffneten damit wir gehen konnten dauerte es noch eine weiter Stunde. Auch daran war man gewöhnt. Warum so lange?
Na klar, erst mal werden die River Fans möglichst schnell und vor allen Anderen aus dem Stadion gelassen und sofort von der Szene gekarrt. Wie weiß ich nicht, aber als wir raus kamen war keiner mehr zu sehen. Man hörte sie aber beim gehen. Dauernd wurde wüten gegen die Metalltüren zu unserem Rang gedonnert und die Treppen stanken bestialisch nach Urin als wir dann schließlich raus durften. So markieren argentinische River Fans ihr Revier. War doch nur unentschieden. Was machen die denn erst wenn sie verlieren?
Als die Türen dann geöffnet wurden ging alles ganz gemächlich und friedlich zu. Ich hätte gar keine Angst haben müssen. Aber bald sah ich auch warum. Die Straßen die vom Stadion wegführten waren noch kilometerweit auf beiden Seiten mit berittener, bis unter die Zähne bewaffneter Polizei umsäumt. Is klar.
Taxi und Bus konnte man sich in die Haare schmieren. Zu viele waren unterwegs – die Konkurrenz war zu groß. Zufrieden, kaputt aber sehr glücklich machte sich dann unsere kleine Gruppe auf den recht langen Fußmarsch nach Hause. Nachdem ich meiner Mitbewohnerin, die das Superclásico im Oktober für 300 Pesos genossen hat, noch meinen „einheimischen“ Kartenpreis unter die Nase gerieben habe bin ich dann auch fix und fertig eingeschlafen.

Donnerstag, 10. Mai 2007

Mein Buenos Aires

Kuriositäten aus der Argentinischen Großstadt






Hier ist eine Sammlung von Dingen die ich gerne festhalten würde weil ich mich so über die Eigenheiten der Stadt freue oder deswegen auch gerne mal den Kopf schüttele. Wird regelmäßig geupdatet – siehe Link.


- In den Zügen sind zum Teil keine Türen, die Straßen sind kaum asphaltiert, Obdachlosenheime gibts nicht, Kündigungsschutz existiert auch kaum, aber passen Sie auf, wenn sie die Klospülung drücken - Sie könnten sich verletzen!!!!!
- Auf den Straßen in Buenos Aires findet man seltenst einen Menschen der während er geht oder sich sonstwie bewegt (Bus, Ubahn,...) gleichzeitig isst oder trinkt. Mir wurde gesagt, dies sei ein Europäisches Phänomen.
- Nochmal zu Frauen: Beim Capoeira schließen sich die Mädels in der Frauenumkleide noch extra im Klo ein wenn sie sich in ihre Sportsachen umziehen.
- Also umziehen versteckt, man könnte ja einen Oberschenkel sehen. Aber keinem scheint es komisch, eklig oder ungewöhnlich wenn man sich in der vollgequetschten Ubahn die Fingernägel schneidet oder klipst (alles schon mehrfach gesehen).
- Die harmlose und häufigere Varante ist, dass die Frauen die Fahrtzeit in der Ubahn dazu nutzen um sich zu schminken. Volles Program: Make Up, Lipliner, Lippenstift, Gloß, Eyeliner, Kajal, Lidschatten, Mascara, Puder, Rouge,... . Und manchmal auch Pickelausrücken und Augenbrauenzupfen. Normal oder?!?
- Obwohl die Kriminalitätsrate hier ja nicht gerade niedrig ist, habe ich noch nie mitbekommen, dass jemand im Bus oder in der U-Bahn schwarzfährt.
- Alles ist hier immer unpünktlich, aber Kinofilme fangen überpünklich - bis zu 15 Minuten früher an - und zwar ohne Werbung (hab hier noch nie den Anfang eines Films mitbekommen). Wenigstens sind die Filme in OmU - I love it!!!
- Hier kommt den ganzen Tag Hollywood im TV!!! Nach 3 Jahren ohne Fernseher - I love it!
- Das Salz hier schmeckt nicht salzig (man braucht einen halben Salzstreuer um richtig zu würzen – und es geht nicht nur mir so. Wenn jemand weiß welche chemische Struktur die Qualität des Salzgeschmackes determiniert, lasst es mich wissen. Würde mich echt interessieren.)
- Olivenöl für den Salat muss man extra bestellen weil man es hier meistens für nicht lecker befindet. Die bevorzugen Maisöl :-(
- Nudeln im Restaurant sind immer matschig-verkocht (und das obwohl die Mehrheit der Argentinier anscheinend aus Italien eingewandert sind)
- Brot (=Weißbrot/Toastbrot) schmeckt scheiße hier. Entweder zu labbrig-gummi-artig oder so zäh dass man nach einem Sandwich Kaumuskelschmerzen hat.
- Servietten haben die gleiche Konsistenz wie eine Mischung aus Druckerpapier und Butterbrotpapier. Sie verteilen Saucenreste gleichmäßig um die Mundregion.
- Kleingeld ist die härteste Währung hier. Man braucht es für alles.
- Für die auf der Straße bleibt deswegen nicht viel übrig. Nicht weil man generell geizig ist, sondern weil es Kleingeld ist.
- Distanzen werden hier ausschließlich in Blocks angegeben. Auch wenn man Strand oder mitten im Wald ist. Ein Block = 100m, und die Straßenecken sind meistens 90°. (Eine der wenigen durchgedachten logischen Planungen hier.)
- Busse fahren 24h. Man weiß nur nicht wann. Sie sollten eigentlich mindestens alle 30 Minuten kommen aber man weiß ja nie. Klappt eh nicht. Und wenn dein Bus mal kommt, dann immer gleich 4 hintereinander von einer Linie.
- Eine Busfahrt kostet 80 Centavos. Man kann nur in Münzen Zahlen und auch nur an dem Automaten im Bus. (Keiner wechselt einem Scheine und wenn man kein Kleingeld hat und muss man sich etwas am Kiosk kaufen und dabei so zahlen, dass man nur in Münzen das Rausgeld bekommt.)
- Der Busfahrer wartet nicht immer bis man ganz eingestiegen ist. Und nie bis die Türe zu ist.
- Die Subte (U-Bahn) ist zu Stoßzeiten immer gerammelt voll (Stoßzeiten: 6-15,17-21 Uhr). Die Bahnsteige haben leider nur einen einzigen Ausgang.(Stellt euch die Menschenmassen vor, die nach jeder U-Bahn in der Stoßzeit versuchen durch einen schmalen Durchgang nach Draußen zu kommen.)
- Es gibt 10erKarten für die Subte!!! Und man kann sie an Schaltern kaufen, auch mit Scheinen!!! Aber die Schlangen vor den Schaltern sind laaaaang.
- Es passiert öfters, dass man am Kiosk, in der Bar,… weniger bezahlen muss, damit der Verkäufer kein Kleingeld rausgeben muss.
- Ich sammle Kleingeld!!!
- Es ist verboten auf Rolltreppen zu gehen oder zu laufen. Zu gefährlich!
- Frauen II: Sie schubsen und stoßen sich – ganz zufällig - in der U-Bahn um an freie Plätze zu gelangen. Es wird von beiden Partien so getan als ob nichts wäre und die Gewinnerin genießt anschließend stillschweigend ihren Sitzplatz. Verbales meckern oder fragen ob man mal vorbei kann gibt es nicht.
- Freie Sitzplätze im Bus oder der Subte werden als erstes an Frauen/Männer mit Klinkindern, dann an Ältere und dann an Frauen vergeben. Männer setzten sich nie auf einen freien Platz in den Öffentlichen Verkehrsmitteln. Selbst wenn sich weit und breit keiner der oben genannten Kategorien befindet.
- In allen Städte findet man ausschließlich die exakt selben Straßennamen
- Warum auch immer: mindestens alle 500m befindet sich ein kleines oder großes Fachgeschäft für Farben – Wandfarben.
- Die Argentinier sind leidenschaftliche Lottospieler. Es gibt eine unendliche Auswahl and Spielkombinationen und auch an Lottoläden extra um den nicht vorhanden Gewinn auszuchecken oder einen Lottoschein zu kaufen. Auf eine Zahl zu tippen kostet 2,50 Pesos.
- Die meisten Graffiti TAGs sind offizielle und inoffizielle Wahlwerbung. Normale Plakate gibt’s auch.
- Frauen I: verklemmt! In der Frauenumkleide im Fitnessstudio oder nach dem Capotraining duscht jede in seiner Kabine mit Vorhang und trocknet sich da drin auch ab und zieht sich da drin auch an, nicht in der „normalen“ Umkleide, man könnte ja den BH sehen.
- Männer und Frauen I: es gibt wenig „normale“ Freundschaften zwischen Frauen und Männern hab ich mir sagen lassen.

Sonntag, 6. Mai 2007

Das Visum

Ich hasse dieses Thema so sehr, dass ich eigentlich nicht mal drüber schreiben will. Aber es ist eine Geschichte wert.
In Deutschland wurde uns gesagt, dass wir ein Visum brauchen und dass man es aber vor Ort relativ billig beantragen kann (kostet in Deutschland 500 Euro).
Laut den Unterlagen die ich in Deutschland bekommen habe brauchte ich weder Geburtsurkunde noch deutsches Führungszeugnis sondern nur das aus Argentinien, da ich nur ein Semester bleibe.
Gesagt getan. Die letzten Jahre sind die Austauschstudenten einfach alle drei Monate nach Uruguay gefahren und gut war’s. Die Uni hat ihnen auch Scheine mit Touristenvisum ausgestellt. Das geht aber seit diesem Jahr nicht mehr, toll!!! Ich brauche von dem Unibüro nur drei Unistempel auf meine drei deutschen Formulare, kein Studentenausweis, keine Immatrikulationsnummer, nichts. Und dafür der ganze Scheiß. Nun jut.
Bevor wir überhaupt loslegen konnten brauchten wir erst mal eine verlässliche Aussage daüber welche Dokumente wir für das Visum brauchten. Für das 1jährige Visum war das gar kein Problem, die brauchten einfach alles, und auch alles übersetzt und beglaubigt. Das Visum für nur ein Semester war nicht so klar.
Nach einem weiterem Aufenthalt im Intercambio-Büro der Uni dachten wir, wir wüssten jetzt alles. Uns fehlt das deutsche Führungszeugnis. Laut Soledad (die Bürodame, die für uns zuständig ist und von nichts ne Ahnung hat) haben sich die Vorschriften, die wir noch in Deutschland erhalten haben geändert und wir brauchen jetzt noch zusätzlich das Deutsche Führungszeugnis.
Also ab zur Deutschen Botschaft. Ich bin das erste mal ganz naiv hingefahren und hab gedacht – ich beantrag mal ein Führungszeugnis. Nachdem ich durch die Hochsicherheitskontrollen ins Innere gelangt bin war ich auch schon - nachdem ich noch einer Nummer ziehen musste (proforma – es gab niemanden der sonst noch gewartet hat – Deutsche Ordnung muss sein) nach 5 Minuten wieder draußen. Ich Muss mir die Formulare aus dem Internet downloaden, ausdrucken und dann wiederkommen. WHAT!!!! Können die nicht einfach die Formulare auch vor Ort zur Verfügung stellen??? Na gut, Internet, drucken, und noch mal mit Rudi zur Botschaft, der den gleichen Scheiß machen muss wie ich. Dafür erst mal wieder einen Termin zu finden war nicht so einfach, weil Rudi zu der Zeit noch einen Unikurs morgens hatte und die Botschaft ist natürlich nur morgens auf. Am Feiertag hatten wir dann die Chance weil die Deutsche Botschaft nur an Deutschen Feiertagen zu hat. Super. Also haben wir da mal 60 Pesos bezahlt um nur unsere Unterschrift beglaubigen zu lassen, dass wir das Führungszeugnis überhaupt erst beantragen dürfen (natürlich nur auf dem Postweg). Dann hätten wir noch mal 20 Euro nach Bonn überweisen müssen für das Führungszeugnis an sich, das dann nach ungefähr 4 Wochen bei uns ankommt. Scheiße. Wir hatten zu dem Zeitpunkt nur noch 2 Wochen um das Visum fristgerecht zu beantragen. Egal.
Als wir das nächste Mal an der Uni im Büro waren schaut uns Soledad ganz entgeistert an und meint, dass wir für 6 Monate doch kein Deutsches Führungszeugnis brauchen. Ich dachte ich krieg die Krise. Na zum Glück hab ich das Geld noch nicht ans Justizministerium in Bonn überwiesen. Ich hab dann zur Sicherheit noch mal im Migrationsbüro hier angerufen und die haben es dann bestätigt. Heißt ja alles nichts, aber mehr Infos waren nicht zu bekommen, also los zu MIGRACIONES, wo man sein Visum beantragt.

Dazu muss man noch sagen, dass wir in der Woche eigentlich unser Blockpraktikum in Gynäkologie hätten. Nach langem Schleimen und Bitten wurde das dann eine Woche verschoben, damit wir das Visum fristgerecht beantragen können.

Tag 1: Erst mal das Argentinische Führungszeugnis beantragen. Das Büro macht um 7.30 auf und vergibt dann die Antragsformulare. Wir waren um 8.10 nach kurzem Schlangeanstehen am Schalter, dort wird mir ein Schild vor den Latz geknallt, dass für heute keine Formulare mehr ausgegeben werden. Morgen wieder. Krieschen!!!
Tag 2: Jetzt standen wir um 7.30 vor Migraciones. Das Gebäude war noch nicht auf und davor war eine riesige Menschenschlange. Aber wir wussten ja wohin, sind dann ganz schnell zu dem Schalter wo wir die Formulare bekommen und waren dann um 7.40 auch stolze Besitzer eines Antragformulars. Um das argentinische Führungszeugnis zu beantragen muss man allerdings erst 40 Pesos bezahlen. Aber das kann man nicht vor Ort machen, nein!!! Man muss zu einer Bank in der Stadt laufen, 800m weiter weg. Vielleicht aus Sicherheitsgründen? Diese besagte Bank macht allerdings leider erst um 10 Uhr auf. Das heißt zwischen 7.40 Uhr und 10 Uhr kann man nur warten und das am Besten in der schon bestehenden Schlange vor der Bank. Super um 10.30 haben wir dann bezahlt und konnten wieder zu Migraciones um unseren Antrag mit Zahlungsbeleg einzureichen. Wieder Schlange stehen um das Formular abzugeben, und dann noch mal warten bis man aufgerufen wird um die Fingerabdrücke zu nehmen. Ich habe ja so gehofft das mir so etwas in meinem Leben erspart bleibt. Aber nicht in Argentinien. Ich bin registriert. Das einzige Trostpflaster ist, dass falls Interpol mich mal sucht die Argentinier sicher meine Fingerabdrücke entweder verschlampt oder einer anderen Person zugeordnet haben ;-) Der nette Beamte hat uns dann noch gesagt dass wir das Zeugnis dann in 2 Tagen abholen können (wir haben auch für das schnelle 24 Führungszeugnis bezahlt, dass dann nach 2 Tagen da ist) – wahrscheinlich. Das Internet funktioniert im Moment wohl nicht und es ist nicht sicher ob und wenn ja wo es in zwei Tagen ist. Wir sollen übermorgen früh erst mal anrufen. Whatever!!!


Das ist Halle 1 (von 5) der Migracionen - Großraumbüro. Auf dem 2. Bild sieht man die Wartenden und die Arbeiter fürs Visum. Fotografieren war natürlich nicht erlaubt. Nach den 2 Bildern kam gleich ein Bulle der es mir verboten hat, deswegen die schlechte Qualität.

Tag 3: 2 Tage später, 7.30, Migraciones, Führungszeugnis abholen, alles geht glatt. Also gleich zu dem Schalter an dem man das Visum beantragt. Ich gebe mein Formular von der Uni ab, und soll mich vor die Reihe von Computern setzten bis ich aufgerufen werde. Ich wusste schon von anderen, dass das bis zu 2 Stunden dauern kann. Nach einer halben Stunde fangen dann auch die ersten dort an sich dem Mate abzuwenden und zu den Computer zu schlendern und langsam die ersten Namen aufzurufen. Die Prozedur konnte ich dann oft genug bei den Leuten vor mir beobachten: Papiere abgeben, Papiere unterschreiben, die 200 Euro fürs Visum bezahlen (das geht dann komischerweise an einer Kasse/Bank direkt im Gebäude???) die Quittung wieder bei seinem Sachbearbeiter vorzeigen, der schickt dich dann zum Fotografen, da ist man dann auch noch mal so 10 – 20 Minuten bevor man sein Foto mit Nummer drunter hat, dann das Foto wieder bei seinem Sachbearbeiter abgeben, sich wieder in die Stuhlreihen vor den Computern hinsetzten und noch mal 20-30 Minuten warten. Dann geht der Sachbearbeiter kurz ans andere Ende der großen Halle, kommt mit einem Wisch zurück der dir dann sagt dass du dein Visum in 14-30 Tagen abholen kannst. Ist bei jedem von uns unterschiedlich gewesen die einen dürfen das Visum in 2 Wochen abholen, die anderen in 30 Tagen. Die ganze Prozedur pro Person dauert ca. 30 – 60 Minuten. Und die meisten Sachbearbeiter fangen in den obenbeschriebenen Wartepausen auch nicht schon mal mit dem nächsten an oder so. Alle außer eine, die hat richtig schnell alle wartende hintereinander bearbeitet was uns leider gezeigt hat wie ineffizient die 4 anderen arbeiten, die zwischen drin sowieso die meiste Zeit nur Kaffe getrunken und ein Schwätzchen gehalten haben. Man kann sich ja vorstellen wenn so 50-70 Leute gleichzeitig auf die Bearbeitung ihres Visums warten, dass bei der oben beschriebenen Prozedur und bei nur 6 Sachbearbeiter/innen, das Ganze etwas dauert. Auf jeden Fall bin ich beinahe verrückt geworden und war so erleichtert als ich nach 4 (!!!) Stunden warten endlich dran war. Aber dann kam erst der größte Schock. Auf dem Formular von meiner Uni stand fälschlicherweise statt einem Semester Aufenthalt leider zwei Semester. Und für ein Visum von zwei Semester hatte ich nicht die nötigen Unterlagen aus Deutschland und deren Übersetzungen mit. Tja nach 2 Minuten stand ich wieder auf der Straße, ich brauch ein neues Formular von der Uni. Shit. Angerufen, blablabla Entschuldigung, neues Formular wird ausgestellt. Jetzt war eh alles egal weil ich die 30-tagesfrist in der ich das Visum beantragen kann sowieso überschreiten muss.
Tag 4: Hab ein neues Papier von der Uni, dabei ist Sole noch aufgefallen, dass auch noch andere Papiere fehlten. Gut, alles beisammen. 7.30 Migraciones, ein Tag nach dem 1. Mai Feiertag, die Schlange vor dem Gebäude ist unglaublich lang, bestimmt 800m. Ich hätte heulen können und wäre am liebsten wieder nach Hause. Aber als ich dann endlich drin war, war vor der Visumsbeantragunsstelle gar nicht viel los und ich hab meine Papiere abgegeben. Hab ihnen noch mal mein Problem von der vorherigen Woche geschildert um klarzustellen ob ich jetzt wirklich alle richtigen Papiere habe damit ich nicht wieder umsonst warten muss. Erst hat die Tussi voll rumgemeckert, dass ich die Frist um 2 Wochen überschritten habe und ich hab daraufhin die arme Ausländerin gespielt und nach einem Seitenblick zu ihrem Kollegen war die Sache dann auch gegessen. Nach `ner halben Stunde warten konnte ich die oben genannte Prozedur beginnen, bin Nummerisch identifiziert und war dann überraschenderweise auch nach 30 Minuten fertig und ready to go. In einem Monat kann ich mir mein Visum abholen. Bin mal gespannt was da noch kommt aber an sich bin ich stolz diese Hürde nach 3 Wochen gemeistert zu haben.


Mittwoch, 2. Mai 2007

Zwei Monate BA - Ein Fazit

Da ich das letzte Mal übers Wetter geschrieben habe und das auch schon ne Weile her ist, müsste ich mich mal wieder zu Wort melden. Bin ja so schreibfaul – aber wenn ich dann mal anfange werden es doch wieder zwei Seiten. Erst mal über persönliches:
Mir geht’s sehr gut. Wirklich. Hätte ich nicht gedacht, aber ich fühle mich total wohl hier, und Buenos Aires ist schon nach zwei Monaten mein kleines, vorübergehendes Zuhause geworden. (Man muss dazusagen, dass ich heute auch irgendwie ne rosarote Brille aufhabe. Es gibt auch andere Tage.)

Zwei klitzekleine Wehrmutstropfen begleiten mich natürlich. Zum einen, dass es hier einfach Winter wird und ich aus Deutschland immer höre – ooch ich geh in den Park, ooch hier hat es seit drei Wochen nicht geregnet, och hier ist es sooo heiß,… . Grrrrrr!!! Und zum Anderen, dass ihr mir alle, besonders natürlich meine große Liebe in Berlin, sehr fehlt. Ich denke jeder kennt das, auch wenn man voll einen drauf macht, am Ende kann man sich auch in der aufregenden und spannenden Fremde nicht die Freunde die man hat und haben will nicht aus dem Hut zaubern. Auch nicht bei noch so vielen Bekanntschaften. Also bin ich auch ein klein bisschen einsam hier. Aber dass ist auch gut so. Bin ja wirklich gesegnet mit vielen tollen Leuten um mich herum normalerweise. Es ist auch mal ne Erfahrung „alleiner“ (im Sinne von emotional „alleiner“ klarzukommen). Meine Güte bin ich heut sentimental. Ich will aber nicht, dass der Eindruck entsteht ich hätte hier keine Freunde - so stimmt das ja nun auch wieder nicht. Die Qualität ist nur eine andere (wird auch an der Kürze der Zeit liegen)! Nein, ich treff mich oft und viel mit Leuten, meistens mit Internationalen, aber ich hab jetzt auch schon ein paar Argentinier besser kennen gelernt und ich glaube v.a. mit Andi (der Typ auf den Fotos unten) werde ich mich richtig gut verstehen - feiern ist auf jeden Fall sehr spaßig mit ihm.

Soviel zu meinem Gemüt. Ansonsten hab ich nach dem Chirurgie Praktikum gleich in der Nächsten Woche mein Gynäkologie-Bock-Praktikum weitergemacht und zwischendrin noch versucht mein Visum zu beantragen – VERSUCHT!!! Heute – 3 Wochen später - hat es endlich geklappt. Ich kann’s noch gar nicht glauben. Aber zu beiden Themen schreibe ich noch mal einen separaten Post.
Nebenher hab ich ja auch noch Spanischunterricht, Capo zwei bis drei Mal die Woche und den Fotokurs.

Mit meinem Spanisch bin ich nach wie vor im Alltag ganz zufrieden. Kommt auch immer darauf an wie gut ich meinen Gesprächspartner kenne (und dessen Spanisch vor allem). Der Spanischunterricht zeigt mir aber gerade eine kritische Phase an. Anfangs bin ich immer total häppi vom Unterricht nach Hause weil ich es toll fand wie viel ich doch lerne. Natürlich hab ich im ersten Monat den größten Sprung gemacht. Danach waren die letzten zwei Wochen mehr als deprimierend. Der Feinschliff war an der Reihe um mal vom Touristen-Sprach-Niveau runterzukommen und gleichzeitig hat sich bei mir eine Blockade aufgebaut. Hab während des Unterrichts fast nichts mehr richtig gemacht und mein Gehirn fühlte sich wie ein großer Batzen warmer klebriger Asphalt an. Mir wurde gesagt das sei typisch nach ein paar Wochen, die Stagnation. Ist es wohl auch, jedoch wirkte sie sich frustrierend und vor allem auch hemmend auf meine Kommunikation aus. Jetzt geht es zum Glück wieder einigermaßen und ich kann auch langsam wieder anfangen den gelernten „Feinschliff“ einzusetzen. Wozu braucht man auch zwei Verben für „sein“ und zwei Verhangenheiten für die gleiche Zeit, die nur aus irregulären Verben bestehen???

Capo ist nach wie vor toll! Jetzt leider ohne Sandra (s.u.). Sport macht einfach gute Laune – und Capo insbesondere. Die Truppe ist auch echt sehr nett, aber mehr als Sport wird mit denen nicht sein. Alle sind ziemlich jung (wie fast immer hier) und verhalten sich auch so und haben außer Capoeira nicht viel im Kopf muss man leider sagen. Die Jungs vor allem – voll die Show offs! Allerdings kann ich sogar akrobatisch einigermaßen mit denen mithalten – unsere Berliner-Jungs haben jedenfalls mehr drauf. Alles in Allem: Nett fürs Training, aber reicht dann auch.

Im Gegensatz dazu hat sich der Fotokurs mit den schüchternen Teilnehmern echt positiv entwickelt. Nach langer Aufwärmphase sind wir jetzt eine richtige kleine „Fotoclique“ geworden. Natürlich nur 2x die Woche für 3 Stunden ;-) Die meisten im Kurs sind auch „älter“ (Der Durchschnitt ist zwischen 23 und 28) und das ist echt angenehm und interessanter als grade-erst-Teenie-gewesen-Gelaber. Am Sonntag sind wir zusammen mit unseren – teilweise unglaublich gutaussehenden Dozenten - an den Hafen gefahren und haben unsere ersten Fotos zusammen gemacht. Danach haben wir noch was gegessen und uns übers Fotografieren und die Welt der Fotografie als Zufluchtsort aus der schlimmen Realität ausgetauscht. Kompletter Schwachsinn meiner Meinung – aber um das einem hingebungsvollen Fotografen auszureden muss ich meine spanischen Rhetorikkenntnisse noch schulen. Trotz allem war es ein wunderschöner Tag und ich glaube ich hab ein paar schöne Fotos geschossen. Nächste Woche werden wir sie endlich selber entwickeln. Kann’s kaum erwarten!!! Bin echt froh, dass ich den Kurs belegt habe.

Des Weiteren habe ich in den letzten Wochen super viel mit Sandra unternommen. Sandra kenne ich aus Berlin vom Caopeira, und wir haben uns hier mehr oder weniger zufällig über Email zusammengetrommelt und uns kennen und auch lieben gelernt. Was’n Glück. (Ich kann natürlich nur für mich sprechen. Sandra – kommentiere gnadenlos wenn etwas nicht deiner Wahrheit entspricht!!!). Nee, wir hatten hier echt ne sehr schöne Zeit zusammen – Capoeira, viel viel shoppen, noch viel mehr vino tinto, feiern, labern… . Aber da die liebe Sandra auch schon sechs Monate hier verbracht hat, ist sie schweren Herzens vor drei Tagen zurück nach Berlin geflogen und hat mich hier ganz traurig zurückgelassen.

*** Partyshooting ***
Links der VIP Room im Club Eruropeo; rechts die "normale" Tanzfläche.
Mein Männerhimmel auf Argentinischem Boden!!!

Kurz gesagt: die letzten Wochen hatte ich echt einen absolut ausgefüllten Tagesablauf und habe tatsächlich im Durchschnitt pro Tag nicht mehr als fünf Stunden geschlafen. War echt schön und aufregend, aber mein Körper zahlt es mir heim, denn seit Freitag bin ich gesundheitlich ziemlich angeschlagen – Erkältungs-Bronchitis-Grippe-zu-leicht-um-im-Bett-zu-bleiben-zu-schwer-um-was-zu-machen-Scheiße.

Nun jut. Da der Abschied von Sandra, das vorläufige Ende der Unikurse (wer weiß wann sich Boluda-Sacriste wieder meldet) und meine Krankheit auf einen Termin gefallen sind hing ich die letzten Tage ziemlich trist in den Seilen. Bis meine Eltern mich im Juli besuchen kommen hatte ich nämlich keinen Plan was ich machen soll. Heute habe ich das über den Haufen geworfen und freu mich voll Enthusiasmus auf meinen Neuen Plan: Es gibt keinen Plan!
Ich werde die nächsten Wochen spät aufstehen, viel Spanisch lernen, viel zeichnen und malen, viele Fotos machen, Ausstellungen besuchen, shoppen, die Stadt besser kennen lernen, trinken, feiern, Doktorarbeit… . Ha, ich werde alles machen wonach ich mich das ganze letzte Semester gesehnt habe (außer David knutschen ;-( ). Wann habe ich wieder eine solche Möglichkeit?

Na ja, vielleicht kann man sich gerade meine rosa Brille vorstellen. Die Winterendorphine… .Wir werden sehen wie sich meine neuer Plan: es gibt kein Plan! entwickelt. Ich halte Euch auf dem Laufenden.



Bier kommt hier in Sektkübeln - Homeparty bei mir - Titel der (sehr guten) Fotoausstellung im Parque de San Martin - nichts kapiert!!!

Und morgen schreib ich dann mal ganz wirklich über das scheiß Visum!!!

Küsse
Abschiedsessen und Abschiedsbild mit Sandra am nächsten - letzten - Tag

PS: Zum Schluss noch eine nette – absolut typische - Geschichte aus BA. Sandras letzte Stunden in Buenos. Da sollte man doch ein Mal beim Lipiabotas (Schuhputzer) gewesen sein. Die arbeiten hier nämlich wirklich an jeder Straßenecke und es gehört zum guten Ton täglich mit geputzten Schuhen bei der Arbeit zu erscheinen. Nun gut – gesagt getan. Neue argentinische Stiefel aus weiß-beigem Leder. Ideal um geputzt zu werden. Erst mal werden wir (bzw. Sandra) wie Aliens angestarrt, denn für Frauen ist der oben genannte Habitus wohl nicht so üblich. Dann nähert sich der Herr mit einer orangenen Bürste Ihren Stiefeln. Sandra schreitet natürlich dazwischen und will erst abklären ob die Farbe der Bürste auch nicht abfärbt. Nein! Natürlich nicht. Das ist beste Qualität, er macht hier nur ein bisschen sauber und macht Pflege drauf,… . Na jut, kurz darauf und viel Gezeter später verlassen wir - Sandra ziemlich geknickt - mit ihren nicht mehr ganz so neu aussehenden, eher orangenen Stiefeln die Szenerie.
Vertraue nie darauf was ein Porteño-Händler dir sagt. Nie!!! Frag am besten erst gar nicht. Entscheide selbst und schnell.
Als Entschädigung – auch wiederum typisch für hier – hat uns am nächsten Stand ein „Goldschmied“ aus einer Münze zwei Kettenanhänger für lau geschmiedet. Mit einem Jahr Garantie!