Mittwoch, 20. Juni 2007

Bergfest

Krass … hab die Hälfte hinter mir!!! Ok, das ging jetzt irgendwie echt schnell, so im nach hinein natürlich ;-)
Was gibt’s zu erzählen. Diesmal keinen Medizinerpost, denn wie gesagt, die Uni hat sich für mich erledigt ;-) Hab ganze drei Scheine in drei Wochen ohne Prüfung geschafft. Könnte mir sogar ein Semester einsparen, aber darauf hab ich aus verschiedensten Gründen kein Bock (allzu schnell nahendes PJ und damit Lohnarbeit, den Titel will ich mir auch noch irgendwie vorher erschreiben, würde auch gerne noch ne Weile Berliner Studentin sein,…) Ihr wisst was ich meine.
Das Highlight dieses Monats ist eindeutig, dass ich den Traum vom integrierten Austauschstudentenausländer geschafft habe ;-) Ich bin vor drei Wochen umgezogen und wohne jetzt in einer WG mit Locals, und das Beste ist, ich zahle auch nur so viel wie man als Porteño zahlt. Knappe 400 Pesos, yeah!!!
9 de Julio bei Nacht - mein Gepäck beim Umzug (und wie soll ich das nur nach Hause bekommen?) - Elodie (meine alte Mitbewohnerin) und ich

Das kam alles ganz ungeplant. Ein Freund von mir hat seine Abschiedsfeier in einer Bar gefeiert wo ein echt nett anzuschauender Kellner arbeitete. Eine Freundin von mir, die auch an dem Abend dabei war hat ihn „näher“ kennengelernt und sie hat mir von dem Freien Zimmer in seiner Wohnung erzählt. 350 Pesos kalt. Eigentlich war ich ja ziemlich zufrieden mit meiner Wohnung und war auch nicht auf der Suche, aber der Preisunterschied von fast 600 Pesos hat mich doch neugierig gemacht. Am Dienstag bin ich dann nach Belgrano um mir die Wohnung anzuschauen und war ganz begeistert, am Mittwoch hab ich mein Zimmer gekündigt und bin dann am Freitag umgezogen. Ich hätte nicht gedacht, als ich vor vier Wochen in die Bar kam eine Woche später in der Wohnung von dem Kellner wohnen würde.
Bin aber super happy hier. Mein Zimmer ist riesig, nach einigen Anlaufschwierigkeiten haben wir auch Internet und bald sogar noch eine Putzfrau, wir haben ein Wohnzimmer, große Küche und das Beste sind die Mitbewohner. Zwar selten zu Hause, aber wenn dann ist es sehr sehr nett. Gerardo arbeitet wie schon erwähnt in der Bar und ist meistens nur vormittags da wenn überhaupt. Entweder er pennt bei einer Chica die er an dem Abend aufgerissen hat oder er bringt sie halt hier her mit. Selten zwei Mal dieselbe hab ich mir sagen lassen.
Lucila wohnt hier seit zwei Jahren, in Deutschland aufgewachsen, Papa Brasilianer, Mama Argentinierin. Mit der hab ich echt viel Spass und es ist auch schön mal ab und zu Deutsch sprechen zu können. Sie studiert Gastronomie und bringt immer leckerste Delikatessen mit aus der Uni. Super!!! In so fern bin ich sehr zufrieden.
Meine neuen Mitbewohner
Da ich ja keine Uni mehr habe arbeiten Stefan und ich jetzt als Freiwillige in der Fundacion Felices los Niños. Wir sind „verantwortlich“ für 3 Kinder alle um die 15 und machen mit ihnen die Hausaufgaben und lernen für die Klassenarbeiten. Ich muss dafür auch selbst wieder Physik und Chemie auffrischen aber die größte Herausforderung ist es dem süßen Leonardo, der schon 15 ist, das 1x1 beizubringen obwohl er den ganzen Tag damit beschäftigt ist mir zu erklären warum er das nicht wissen muss, nicht lernen kann und will und warum man auch ohne das 1x1 klar kommt. Heute war mein erstes Erfolgserlebnis: nachdem er letzte Woche trotzig den Taschenrechner ausgepackt hat und alle Aufgaben eingetippt hat, hat er heute 10 Rechnungen im Kopf alleine gemacht. Dafür darf er morgen mit meinem MP3 Player englische Musik hören ;-)
Hmmm ja, das Wetter ist immer noch ziemlich kalt und ich finde Winter nach wie vor scheiße!!! Ich muss auf jeden Fall noch an den Strand bevor ich mir noch einen Berliner Winter gebe. Am Sonntag in einer Woche kommen schon meine Eltern und dann werd ich mich mit ihnen und später auch mit Eva (Schwesterlein) auf Reisen begeben. Erst mal in den Schnee und in die Berge nach Bariloche und dann an die schönsten Wasserfälle der Welt nach Iguazu. Freu, hab richtig Lust auf neue Luft und mehr vom Land zu sehen als Buenos Aires.
Zum Schluss noch eine Anekdote darüber wie klein doch die Welt ist, sogar in Südamerika. Bin vor ner Weil am Plaza Italia aus der U-Bahn ausgestiegen um auf die Büchermesse zu gehen, kommt mir eine Frau entgegen und schaut mich mit großen Augen an und zeigt mit dem Finger auf mich. Ich dreh mich um, um zu sehen ob da noch jemand ist, aber nein, sie meint mich. Endlich sagt sie: Hannah?!? Ich: Ja?!? Und dann fällt es mir wie Schuppen von den Augen. Vor mir steht meine Spanischlehrerin aus Berlin!!! Sie macht gerade ein Sabbatsemester und wohnt mit Ihren Kindern und Mann für eine halbes Jahr in Buenos wo auch ihre Eltern und Schwester wohnen.
Japanischer Garten - die Oma stand ganz begeistert Minutenlang vor dem Fenster des Restaurants und starrte dem Kock beim Fleisch schneiden zu - Stefan im Colectivo - unbeobachtet pinkeln???
Küsse nach Hause, lernt schön und genießt die Sonne!!!

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