Anfang Dezember hab ich mein letztes Blockpraktikum hier auf der Pädiatrie in San Miguel (Provincia de Buenos Aires) gemacht. Auch wenn ich hier ja eigentlich die Zustände kenne ist mir beim betreten des Krankenhauses wieder die Kinnlade runtergeklappt. Die Krankenhäuser in den Flüchtlingslagern in Palästina waren in einem besseren Zustand!!! Putz fällt von den Wänden, von der Decke tropft Wasser, keine Klimaanlage oder Ventilator funktioniert bei fast 40°. Es gab nur 3 Patientenzimmer eins für Frauen, eins für Männer und eins für Kinder und da liegen dann jeweils 10-40 Patienten, je nach Bedarf. Und die Ärzte hatten ihre Schreibtische bzw. Arbeitsplatz entweder auf dem Gang oder in den jeweiligen Patientenzimmern in der Mitte. Trotz allem finde ich die Versorgung eigentlich recht gut weil die Ärzte und Schwestern super ausgebildet sind und man mit dem Wenigem was man zu Verfügung hat relativ effizient arbeitet. Was wie immer fehlt und eigentlich kein Geld kostet ist die Hygiene - die für mich auch die fehlende Wertschätzung der Patienten darstellt. Händewaschen zwischen den Patienten die zum Teil nur wenige Stunden alt sind und damit kaum ein funktionierendes Immunsystem haben, Untersuchungsplatz sauber halten,… wird kaum betrieben.
Nichtsdestotrotz war das Praktikum super toll. Ich war anfangs ein bisschen aufgeregt weil ich ganz alleine war (kein anderer Austauschstudent) aber das hat sich nach einer Minute gelegt. Wie immer eigentlich wurde ich mit offenen Armen empfangen, gleich wurde mir eine Mate in die Hand gedrückt und geschnackt und geschnackt und geschnackt (Ärztinnen auf der Kinderstation halt - man wollte mir auch unbedingt den Sohn der Oberärztin als Heiratsmaterial vorstellen). Jeder hat sich total bemüht mir alle Facetten der Pädiatrie nahe zu bringen und ich durfte auch endlich selbst mal Hand anlegen. Es hat zwar echt super Spaß gemacht hat auf der Station zu Arbeiten aber ich kann mir nicht vorstellen jemals als Kinderärztin zu arbeiten. Die Kinder - vor allem die Neugeborenen – sind wirklich so wunderschöne Geschöpfe und so zerbrechlich und süß. Aber letztendlich schreien sie (aus gutem Grund) sofort wie am Spieß los wenn sich ihnen ein Erwachsener im Krankenhaus nähert, der nicht ein Elternteil ist. Und auf Grund der mangelnden Sprachkenntnis eines paar Monate alten Babys kommt auch irgendwie keine Arzt Patienten Beziehung auf (finde ich zumindest).
Was ich allerdings überaus beeindruckend fand, wo ich sehr viel gelernt habe und weswegen ich auch super gerne morgens um fünf aufgestanden und 2h Zug bis nach San Miguel gefahren bin war vor allem wegen der unglaublich herzlichen und liebevollen Atmosphäre im Krankenhaus. Ich denke ich habe das jetzt erst so richtig mitbekommen eben weil ich als einzige Austauschstudentin auf der Station war und deswegen als Personalmitglied und nicht als Ausländergruppe integriert wurde. Das Wort Mobbing existiert in Krankenhäusern wie diesem einfach nicht. Klar wird mal hinter dem einem oder anderen Rücken gelästert, aber nur so, dass das Arbeitsklima nicht geschädigt ist. Dadurch kann man sich einfach auf die Arbeit konzentrieren - die dann auch viel mehr Spaß macht, wenn man nicht dauernd den Chef oder die Arbeitskollegenhexe im Nacken sitzen hat. Studenten, Krankenschwestern und Technische Assistenten können mit den Chef- und Oberärzten an einem Tisch sitzen und Mate trinken und über alles mögliche reden. Der Oberarzt bei meiner Famulatur in Berlin hat nie mit mir geredet. Manchmal hat er mich was gefragt, aber sicher nie meine Meinung, nur auf welche Arterie man bei welchem Hautschnitt achten muss – war auch Chirurg ;-). Diese Woche in San Miguel hat mir auch echt ein bisschen Angst vor der Arbeit in deutschen Krankenhäusern gemacht. Der Unterschied ist einfach so offensichtlich – und nein, ich rede nicht über die fehlenden Mittel – ich rede über einen netten Umgang miteinander am Arbeitsplatz (und das sollte eigentlich überall so sein). Ich finde es ist mehr als nur gute Laune zu verbreiten (oder schlechte Laune nicht zu verbreiten) oder sich selbstversändlicherweise mit Respekt zu begegnen – egal welches Geschlecht, Titel, Stelle oder Herkunft. Die Arbeit macht allein schon zeitlich und meist auch emotional so einen großen Teil des Erwachsenen Lebens aus, dass ich es wirklich traurig finde dass man sich diesen Teil oft auch noch vorsätzlich - und wenn nicht vorsätzlich, dann zumindest gedankenlos schwer macht, bzw. anderen schwer macht. Jedenfalls hat mich das selbstverständliche Miteinander dort so sehr beeindruckt, dass ich mir in mein Herz eingebrannt habe immer zu versuchen unwichtiges Hierarchiegescheiße zu ignorieren und meinen Mitmenschen und damit automatisch auch mir selbst einen schönen Tag zu bereiten.
Nichtsdestotrotz war das Praktikum super toll. Ich war anfangs ein bisschen aufgeregt weil ich ganz alleine war (kein anderer Austauschstudent) aber das hat sich nach einer Minute gelegt. Wie immer eigentlich wurde ich mit offenen Armen empfangen, gleich wurde mir eine Mate in die Hand gedrückt und geschnackt und geschnackt und geschnackt (Ärztinnen auf der Kinderstation halt - man wollte mir auch unbedingt den Sohn der Oberärztin als Heiratsmaterial vorstellen). Jeder hat sich total bemüht mir alle Facetten der Pädiatrie nahe zu bringen und ich durfte auch endlich selbst mal Hand anlegen. Es hat zwar echt super Spaß gemacht hat auf der Station zu Arbeiten aber ich kann mir nicht vorstellen jemals als Kinderärztin zu arbeiten. Die Kinder - vor allem die Neugeborenen – sind wirklich so wunderschöne Geschöpfe und so zerbrechlich und süß. Aber letztendlich schreien sie (aus gutem Grund) sofort wie am Spieß los wenn sich ihnen ein Erwachsener im Krankenhaus nähert, der nicht ein Elternteil ist. Und auf Grund der mangelnden Sprachkenntnis eines paar Monate alten Babys kommt auch irgendwie keine Arzt Patienten Beziehung auf (finde ich zumindest).
Was ich allerdings überaus beeindruckend fand, wo ich sehr viel gelernt habe und weswegen ich auch super gerne morgens um fünf aufgestanden und 2h Zug bis nach San Miguel gefahren bin war vor allem wegen der unglaublich herzlichen und liebevollen Atmosphäre im Krankenhaus. Ich denke ich habe das jetzt erst so richtig mitbekommen eben weil ich als einzige Austauschstudentin auf der Station war und deswegen als Personalmitglied und nicht als Ausländergruppe integriert wurde. Das Wort Mobbing existiert in Krankenhäusern wie diesem einfach nicht. Klar wird mal hinter dem einem oder anderen Rücken gelästert, aber nur so, dass das Arbeitsklima nicht geschädigt ist. Dadurch kann man sich einfach auf die Arbeit konzentrieren - die dann auch viel mehr Spaß macht, wenn man nicht dauernd den Chef oder die Arbeitskollegenhexe im Nacken sitzen hat. Studenten, Krankenschwestern und Technische Assistenten können mit den Chef- und Oberärzten an einem Tisch sitzen und Mate trinken und über alles mögliche reden. Der Oberarzt bei meiner Famulatur in Berlin hat nie mit mir geredet. Manchmal hat er mich was gefragt, aber sicher nie meine Meinung, nur auf welche Arterie man bei welchem Hautschnitt achten muss – war auch Chirurg ;-). Diese Woche in San Miguel hat mir auch echt ein bisschen Angst vor der Arbeit in deutschen Krankenhäusern gemacht. Der Unterschied ist einfach so offensichtlich – und nein, ich rede nicht über die fehlenden Mittel – ich rede über einen netten Umgang miteinander am Arbeitsplatz (und das sollte eigentlich überall so sein). Ich finde es ist mehr als nur gute Laune zu verbreiten (oder schlechte Laune nicht zu verbreiten) oder sich selbstversändlicherweise mit Respekt zu begegnen – egal welches Geschlecht, Titel, Stelle oder Herkunft. Die Arbeit macht allein schon zeitlich und meist auch emotional so einen großen Teil des Erwachsenen Lebens aus, dass ich es wirklich traurig finde dass man sich diesen Teil oft auch noch vorsätzlich - und wenn nicht vorsätzlich, dann zumindest gedankenlos schwer macht, bzw. anderen schwer macht. Jedenfalls hat mich das selbstverständliche Miteinander dort so sehr beeindruckt, dass ich mir in mein Herz eingebrannt habe immer zu versuchen unwichtiges Hierarchiegescheiße zu ignorieren und meinen Mitmenschen und damit automatisch auch mir selbst einen schönen Tag zu bereiten.
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